Mozart Akademie 31.3.2026
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzerte KV 271 und KV 449
Accademia degli Affetti: Ensemble
Solo und Leitung: Pedro Sperandio, Klasse Prof. Stefania Neonato
Prof. Stefania Neonato, Hammerflügel
Repertoire:
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzerte KV 271 und KV 449 in Es-Dur
Der Begriff „Akademie“ bezeichnet bei Wolfgang Amadeus Mozart öffentliche oder halböffentliche Konzertveranstaltungen, die er vor allem in Wien selbst organisierte und leitete. Diese Akademien dienten nicht nur der Aufführung seiner Werke, sondern waren zugleich eine wichtige Einnahmequelle und ein zentrales Forum, um neue Kompositionen vorzustellen. Mozart trat dabei meist selbst als Solist auf und präsentierte seine Konzerte in einem Kontext, der virtuose Brillanz, kompositorische Innovation und unmittelbare Publikumswirkung miteinander verband.
Das Klavierkonzert Nr. 9 Es-Dur KV 271 von Wolfgang Amadeus Mozart, 1777 in Salzburg entstanden, markiert einen entscheidenden Wendepunkt in seinem Schaffen. Das Werk, komponiert für die Pianistin Louise Victoire Jenamy, überrascht mit innovativen formalen Ideen, etwa dem ungewöhnlich frühen Einsatz des Soloklaviers und dem gleichberechtigten Dialog zwischen Solist und Orchester. Besonders der zweite Satz in c-Moll besticht durch seine außergewöhnliche Ausdruckstiefe und emotionale Intensität, die bereits auf spätere Meisterwerke vorausweist. KV 271 gilt daher als eines der ersten vollgültigen Meisterwerke unter Mozarts Klavierkonzerten.
Das Klavierkonzert Nr. 14 Es-Dur KV 449, 1784 in Wien für seine Schülerin Barbara Ployer komponiert, steht hingegen am Übergang zu Mozarts reifer Wiener Konzertphase. Es verbindet noch Elemente der früheren, kammermusikalisch angelegten Konzerte mit neuen, anspruchsvolleren formalen und motivischen Entwicklungen. Die differenzierte Satzgestaltung, die zunehmende kompositorische Dichte und die noch flexible Orchesterbesetzung weisen bereits deutlich auf die großen Wiener Klavierkonzerte der folgenden Jahre hin und dokumentieren Mozarts wachsende künstlerische Reife.
Die gemeinsame Tonart Es-Dur ist eng mit dem Klang der Hörner verbunden, die in dieser Stimmung besonders natürlich und resonanzreich erklingen und dem Orchester eine warme, festliche Färbung verleihen. Umso eindrucksvoller wirkt der Kontrast im jeweiligen Andantino: Im KV 271 öffnet sich im c-Moll-Satz ein Raum von ungewöhnlicher seelischer Tiefe und klagender Expressivität, der die strahlende Grundtonart in ihr Gegenteil verkehrt. Auch im KV 449 entfaltet der langsame Satz eine innige, nach innen gerichtete Klangwelt, in der sich die Wärme von Es-Dur in eine empfindsame, beinahe kontemplative B-Dur Ausdruckssphäre verwandelt.